Ende 2007 begann ich, über mein Leben, mein Verhalten, meine Gefühle und mein Hirn nachzudenken. Der Anlass war simpel: obwohl es mir objektiv betrachtet hätte gut gehen müssen, tat es das nicht. Ich war unzufrieden bis unglücklich und wollte das ändern. Doch wie fängt man das an?
Ich habe Verschiedenes ausprobiert, viel gelesen, im Internet gesucht, gedichtet … und es war nicht einfach. Es dauerte einige Zeit, bis ich das Gefühl hatte, mir selbst auf die Spur zu kommen.
Heute, kaum mehr als ein Jahr später, glaube ich, auf dem richtigen Weg zu sein. Und auch wenn ich das Gefühl habe, schon seit 100 Jahren an mir zu arbeiten, sind es doch nur ein paar Monate gewesen. Das mit der Zeit ist schon eine seltsame Sache.
Ich schreibe, dass ich “an mir arbeite”. So nenne ich all das, was ich auf diesem Weg tue und getan habe, auch wenn dieser Ausdruck eigentlich nicht so recht stimmt. Ich mache kein Training, um zu einem besseren Menschen zu werden. Ich glaube nicht, dass es “gute” und “schlechte” Menschen gibt, die man “verbessern” könnte. Wir sind schon alle ganz in Ordnung, so wie wir sind. Letztendlich läuft alles “nur” darauf hinaus, mich besser kennen zu lernen, besser für mich zu sorgen, auf meine innere Stimme hören zu lernen.
Bewusst sein und lernen, das sind vielleicht die zwei Hauptaspekte bei meiner Arbeit.
Warum dieses Blog?
Ich habe lange überlegt, ob ich das hier anfangen soll oder nicht. Denn es macht verletzlich. Es gibt genug Leute da draußen, die werden mit den hier erzählten Dingen nichts anfangen können. Oder mich auslachen. Oder verletzende Kommentare hinterlassen. Mag sein, dass das passiert. Ja, im schlimmsten Fall könnte auch ein übelmeinender Zeitgenosse relativ leicht herausfinden, wer ich bin und wo, und … hm. Ja, was eigentlich? Was könnte schlimmstenfalls passieren? Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht so recht, was alles Schlimmes passieren könnte. Steht dieser böse Bube dann vor meiner Tür und sagt mir ins Gesicht, was ich für einen Unsinn schreibe? Ich weiß nicht recht…
Ich starte das Blog, weil ich das, was ich denke und erfahre, mit anderen teilen will. Und ich wünsche mir, dass dieses Blog von Leuten gelesen wird, denen es ein Anstoß (im positiven wie im konstruktiven Sinn) ist. Die gern auch mit mir diskutieren, darauf freue ich mich! Die interessiert sind an dem, was ich sage. Und solche Wünsche kommen an, wissen Sie? Daran glaube ich. Und darum sind mir die “Gefahren” auch nicht so wichtig, welche auch immer das sein mögen. Vielleicht kommt ja wirklich mal ein böser Bube vorbei, dann lade ich ihn auf eine Tasse Kaffee ein und versuche herauszufinden, was eigentlich sein Problem ist.
Hm.
Ich kann es auch kurz ausdrücken: Ich fange dieses Blog an, weil es mir ein Bedürfnis ist. Punkt.