Es ist geschafft!
24.04.2010
Eigentlich war es doch erst gestern, dass ich mit der Coaching-Ausbildung angefangen habe, oder? Zumindest fühlt es sich so an. Im Januar 2009 ging es los, und ich weiß noch wie heute, dass mich die anderen Teilnehmer erst mal ordentlich eingeschüchtert haben. Alle mitten im Berufsleben, mit Leitungsfunktionen, Abteilungsleiterinnen, Pflegedirektoren und Geschäftsführerinnen … und mittendrin meineeine: seit wenigen Wochen offiziell selbstständig, die klassische Karriereleiter verlassen habend, die jüngste in der Gruppe und mit der etwas esoterisch erlangten Gewissheit, dass diese Art der Begleitung und des “Anschubsens” von Menschen genau das ist, wofür ich auf die Welt gekommen bin.
Heieiei.
Kaum etwas hat sich mir so eingeprägt wie dieser erste Block von 5 Tagen im Januar 09. Die ersten Übungen vor der Videokamera, total versemmelt. Übungen in Kleingruppen, bei denen ich komplette Blackouts hatte. Sachen zum ersten Mal ausprobieren, falsch machen, und die Ausbilder gucken zu.
Alles Dinge, die mir früher enormen Stress machten. Aber aus der schamanischen Gruppe kurz zuvor hatte ich ja etwas mitgenommen: die Gewissheit, dass ich Kraft schöpfen könne aus Niederlagen, die keine sind. Und so war es auch. All diese stressigen Situationen waren zwar nach wie vor nicht angenehm. Aber trotzdem empfand ich sie nicht als so vernichtend, wie ich das zuvor erwartet hätte. Statt dessen konnte ich sie nutzen, um daraus zu lernen.
Den größten Sprung in meiner Entwicklung habe ich, rückblickend betrachtet, im Herbst 2009 gemacht. Ich weiß noch genau, mit welcher Sicherheit und Gelassenheit ich den September-Block angetreten habe – und das sogar, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt schon mit der Lungenembolie herumgelaufen bin. Ruhe und Sicherheit auf der einen Seite, echte Angst auf der anderen, irgendwie schon ziemlich verrückt. Aber in der Rückschau ist die Angst im September-Block nicht dominierend gewesen, sondern eher die Sicherheit. Die hatte ich aus zwei Quellen gewonnen. Zum Einen aus dem halben Dutzend echter Coachings, die ich zum Üben vorher durchgeführt hatte. Die haben mir echtes Vertrauen in meine Fähigkeiten gegeben, mich aber auch sehr bewusst erkennen lassen, wie viel Übung ich noch brauche. Zum Anderen aus dem Wochenende im August: Das Feuer bekam meinen alten Zopf, und meine Stimme tauschte ich gegen eine neue ein.
Was von beidem mehr Einfluss hatte, vermag ich nicht zu sagen.
Tja, und jetzt ist die Ausbildung rum, das Zertifikat mit dem Siegel hängt an der Wand, wo ich es immer anschauen und mir sagen kann: Ja, du darfst jetzt losziehen und dir echte, zahlende Klienten suchen.
Ok, das hätte ich schon vorher gedurft, der Beruf als Coach ist ja in keiner Weise irgendwie geregelt. Aber das hätte ich nicht richtig gefunden.
Nun denn.
Ein bisschen komisch fühlt es sich noch an, mit diesem neuen Angebot an die Öffentlichkeit zu gehen. Aber das vergeht sicher ganz schnell. Falls Du mehr darüber wissen willst, kannst du ja mal auf die Baustelle gehen: Coaching in Siegen. Aber Vorsicht, da wird noch gehämmert und geschraubt!
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